Korrosion
1. Was finden Sie hier?Beim Zusammenbau von Anlagen werden die unterschiedlichsten Metalle miteinander in Kontakt gebracht. Sie sind jahrzehntelang feuchter Luft oder Wasser unterschiedlicher Aggressivität ausgesetzt. Was passiert dabei?Man muss nicht die DIN 50900 gelesen und verstanden haben, wenn man sein Augenmerk auf einige wesentliche Grundlagen richtet, um Korrosionschäden vor der Entstehung zu verhindern. Wir zitieren als Starter für sinnvolle Informationen bei Heiz- und Sanitäranlagen einige wesentliche Absätze aus einem Artikel von Heinz Körfgen aus dem Jahr 2001. [ Inhalt ]
2. KorrosionsvorgängeKorrosionsvorgänge werden vom Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren verursacht, das sind Wasser, Werkstoff und Werkstoffoberfläche sowie Betriebs- und Installationsbedingungen.Die DIN 1988 zählt die einzelnen Einflussfaktoren auf. Sie definiert zudem eine Korrosionsschutz gerechte Anlagenplanung. Dazu wird die Fließregel genannt:
Vor allem die elektrochemische Korrosion beruht auf der Bildung von elektrochemischen Elementen - das sind meist Lokalelemente mit örtlicher Begrenzung -, wenn zwei Metalle von unterschiedlichem elektrochemischen Lösungsdruck miteinander in elektrischen Kontakt kommen. Der Lösungsdruck wird durch die elektrolytische Spannungsreihe bestimmt:
Jedes weiter links stehende Metall kann jedes weiter rechts stehende Metall aus dessen Lösung verdrängen: Ein unedles Metall verdrängt das edlere aus dessen Lösung. Resultat: Die Lochfraßkorrosion.
Elektrische Korrosion durch Streuströme'Diese werden durch Gleichstromquellen erzeugt. Bei Installationen und erdverlegten Rohrleitungen sowie Tanks können in kurzer Zeit Schäden entstehen. Z.B. kann 1mA in einem Jahr ca. 10 Gramm Eisen (Fe) zerstören.' (Quelle: www.Suissetec.ch)Dazu zählen Ströme von Reglern, Antrieben, Bahnstrom, auch die
3. WasserAuch die Das Korrosionsrisiko bestimmt sich über den Zusammenhang zwischen den einzelnen Elementen. Eine Möglichkeit der Aussage dazu bietet der Korrosionsindex S1. Er errechnet sich aus
Konzentration Chlorionen + Konzentration Sulfationen
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Säurekapazität KS4,3 (bis pH 4,3)
Karbonathärte kann die Säure besser puffern, also bietet weiches Wasser weniger Widerstand gegen kleinere pH-Werte oder saurere Wässer - zusätzlich zur schwachen Schutzschichtbildung.Werte von S1 kleiner 1,0 gelten als harmlos - über 1,0 wächst die Gefahr von Loch- und Muldenfraß und ab 3,0 wird es langfristig (ohne Gegenmaßnahmen) teuer. [ Inhalt ]
4. Werkstoff- und WerkstoffoberflächeFall Eisenrohr: Beträgt die Härte des Wassers mindestens 40ºdH, kann es zu einer Schutzschichtbildung kommen, wenn das Wasser keinen erhöhten Salzgehalt, vor allem Chloride, aufweist. Zur Sicherstellung einer Schutzschichtbildung ist eine Mindesthärte von 8ºdH anzustreben und ein Gehalt an Rostschutz verhindernder Kohlensäure auszuschließen.Verzinkte Eisenrohre haben der Vorteil des elektrochemischen Schutzes durch das Zink. Bei höheren Temperaturen (~70ºC) ist die Verzinkung elektrochemisch edler als Eisen. Bei einer Verletzung der Zinkschicht und höheren Temperaturen ist Eisen gegenüber Zink anodisch und es kommt zu einer schnellen Korrosion des Eisens (Lochfraß). Sofern das Leitungswasser Spuren von Kupferverbindungen aufweist, setzt die Korrosion bereits bei Temperaturen ab 50°C ein. Fazit: Für den Warmwasserstrang und weiches Wasser sind verzinkte Eisenrohre nur bedingt geeignet. Kupferrohre sind hingegen durch ihren halbedlen Charakter im Warmwasserstrang besonders gut bewährt. Im sauerstoffhaltigen Wasser erfolgt die Ausbildung einer hauchdünnen Schutzschicht aus CuO. Bei mittel-hartem bis hartem Wasser bildet sich eine patinagrüne Schutzschicht. Weiches, kohlensäurehaltiges und kaltes Leitungswasser unterbindet weitgehend die Schutzschichtausbildung. Bei einem höheren Gehalt des Leitungswassers an Alkalichloriden kann es zu der nadelstichartigen Lochfraßkorosion kommen. Zudem fördern ungeeignetes Lötmaterial, in die Rohre geflossenes Lötfett und Spannungen, die durch Kaltbiegung entstehen, die Lochfraßkorrosion. Bleirohre korrodieren, wenn nicht eine Mindesthärte des Leitungswassers von 8ºdH gegeben ist. Im Warmwasserstrang ist Blei ungeeignet.
Rohrinnensanierungen?Innenbeschichtung von Rohrnetzen nicht empfehlenswertEs gibt für löcherige Trinkwasserleitungen Systeme zur Rohrinnensanierung auf dem Markt. Die Anbieter versprechen, poröse Leitungen von innen mit einem Kunststoff-Harz zu versiegeln. Die Versicherer raten jedoch nachdrücklich von diesen Verfahren ab.
[Quelle: heizungsjournal ?/09 3.1.2009] [ Inhalt ]
AbgasrohreEin Edelstahlrohr ist hier kein Garant für lange Lebensdauer: Hitze, Kondensat, Schwefel und seine Oxide, die Bürste des Schornsteinfegers: sie alle verkürzen die Lebensdauer des Rohrs.Unten herrschen Abgastemperaturen bis 200ºC, nach oben kühlt sich der Strom manchmal um über 70K ab. Dadurch tritt beim Unterschreiten des Taupunkts Kondensation auf und das ganze Rohr wird von oben her nass. (Beim Bei der Verbrennung von Weizen kommen noch solche Gemeinheiten wie Beim Mitverbrennen von
Eine optimale Lösung, die auch zugleich schalldämmend wirkt, ist die Verwendung eines Ideal ist es, dieses Rohr zum LAS auszubauen. Sie nutzen damit den Brennwerteffekt! Das Leider wollen die Schonsteinfeger auch hier ihr Zerstörungswerk weiter betreiben: sie gehen gegen das Verbot des Herstellers mit ihren Bürsten in das glatte Rohr und hinterlassen es zerkratzt - Spülen hätte gereicht! Auch hier haben sie wieder nichts von den professionellen Rohreinigern gelernt... [ Inhalt ]
HeizungswasserMit pH5 bis pH7 in die Heizungsanlage eingefüllt, verändert sich das Wasser im Heizungskreislauf:
Je nach installierten Materialien (Kupfer, Eisen, Messing,...) verändert sich damit der pH-Wert des Heizungswassers zum alkalischen.
Kunststoffe und Niedertemperaturheizungen bringen weitere Probleme mit sich: Die Qualität von Heizungswasser...ist also für den Betreiber langfristig wichtiger als gemeinhin angenommen.Zur Beurteilung reicht es, pH-Wert und Der Kehrwert des spezifischen Widerstandes wird Leitfähigkeit genannt und oft mit dem Leitwert verwechselt. (Leitfähigkeit ist die Eigenschaft eines Materials, Leitwert die eines Bauelements, das eine bestimmte Form und Abmessungen besitzt und aus einem bestimmten Material besteht. Dies entspricht dem Unterschied zwischen dem Widerstand eines Bauelements und dem spezifischen Widerstand seines Materials.) Die Leitfähigkeit gibt im Prinzip an, wie korrosiv Wasser durch die gelösten Salze auf die Umgebung wirkt. Regen oder Quellwasser haben eine Leitfähigkeit von unter 80 µS/cm, sind also fast nichtleitend. Je mehr gelöste Salze im Wasser vorhanden sind [engl.: TDS - Totally Dissolved Solids], desto höher ist Leitfähigkeit und die korrosive Wirkung. Wir erinnern uns an Streusalz im Winter und deren Wirkung auf Eisenbleche. Wasser wird mit Salzen zum Elektrolyt. 'Beim Heizungswasser ist eine möglichst geringe Leitfähigkeit anzustreben. Ein Wert von weniger als 1/3 der Leitfähigkeit des Füllwassers gilt als gut. Eine hohe el. Leitfähigkeit wirkt korrosionsfördernd (Das Wasser wird zum Elektrolyten). Absolut betrachtet gilt ein Wasser von mehr als 500 µS/cm systemgefährdend (SWKI Richtlinie 97-1). Chemische Inhibitoren erhöhen die Leitfähigkeit. Eine Leitfähigkeit von über 1000 µS/cm gilt nach heutiger Auffassung aber auch unter Einsatz von Inhibitoren als systemgefährdend.' (Zitat Paradigma fordert bei den glykolfreien Solaranlagen für den Wärmeträger eher Regenwasserqualität, wenn...
'Enthärtetes Wasser verliert nicht nur das Potenzial, Kesselstein zu bilden, sondern auch alle Vorteile, die ihm sein Mineralgehalt ursprünglich verschaffte: etwa die Bildung einer Passivierungsschicht oder das (pH-)Puffervermögen. Im Ergebnis entsteht so ein Wasser mit hohem Potenzial, Korrosion zu verursachen. Die Hauptursache einer solchen Korrosivität ist der Umstand, dass durch den Enthärtungsprozess das Wasser die Fähigkeit, einen stabilen pH-Wert aufrecht zu erhalten, völlig verliert.' (Zitat Paul Day, Generell kann man heute sagen: 'Besser keine Chemie ins Heizungswasser! Die Verringerung der Leitfähigkeit auf natürliche Werte hat auch einen Nachteil: Sie schafft die Möglichkeit einer erhöhten Potenzialbildung und damit Korrosionsneigung, wenn man dem nicht durch Potenzialausgleich und Erdung vorbeugt. Potenzialausgleich und Erdung der Anlagenteile sind extrem wichtige elektrische Schutzmaßnahmen für Mensch und Elektronik. Das elektrisches Potenzial aller Heizungsleitungen muss wegen deren Übergangswiderständen mit mehrfachen Brücken kurzgeschlossen und einer eigenen Erdungsleitung (16mm²) nach DIN 0100 an der Potenzialausgleichsschiene geerdet werden. Mehr dazu.. Die Wasserparameter misst man mit pH-Indikatorstreifen oder besser mit einem Bei großen Anlagen ab ca. 1MW sind die Werte monatlich regelmäßig in einem Kesselwassertagebuch festzuhalten. [ Inhalt ]
Dankeschön an den Initiator!Da die Versicherer zur Risikominimierung stark an Installationsausführungen interessiert sind, die den technischen Regeln entsprechen, ist es kein Wunder, dass Heinz Körfgen bei der 'Provinzial Feuerversicherungsanstalt der Rheinprovinz' in Düsseldorf beschäftigt ist. (Absatz 2 bis 4)Die 'Provinzial Feuerversicherungsanstalt der Rheinprovinz' als ein Unternehmen in der Leitungswasserversicherung hat hierzu ein Analyse- und Bewertungssystem erarbeitet, das als Grundlage für die Umsetzung von Sanierungsverfahren dient. [ Inhalt ]
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