Unser Optimierungsobjekt NT-Heizungsanlage

  1. Die Daten der Anlage ab 2001
  2. 18 Jahre Übersicht in Zahlen
  3. Fazit zum Optimieren
  4. Hausdaten nach EnEV
  5. Noch mehr Hintergrundinfos
  6. Die alte Anlage(1) von 1985-2001

Wir stellen hier selbst für Fachleute etwas schwer Vorstellbares dar:

Wir haben den Heizölverbrauch eines Hauses, das nach den Maßstäben von Energieabrechnern an der untersten Grenze des mittleren deutschen Energieverbrauches lag, noch weiter nach unten gedrückt: Ohne frieren, ohne Komfortverlust. Also dort angefangen, wo andere aufhörten...
      Der mittlere Flächenverbrauch in Deutschland liegt klimabereinigt bei 18,77 Litern/(m²*a). Wir lagen 1992 bei 11...12 Litern - das ist für den Aachener Heizspiegel schon 'zum Zurücklehnen' optimal. 2004 liegen wir bei 7,67 Litern. Mit Warmwasser. Allein mit Maßnahmen am Kessel und mit Einstellungen! Keine Isolierung, keine neuen Fenster!
      Für die Stadt Aachen, Fachbereich Umwelt (FB 36/60), Abteilung Immissionsschutz und Untere Landschaftsbehörde ist das eine eMail-Antwort wert: 'Ihr Engagement in diesem Bereich finden wir bemerkenswert' ...und weiter: 'Mit dem Aachener Heizspiegel möchte die Stadt vorrangig die Gruppe der Hochverbraucher mit mehr als 200 kWh/qm erreichen. Der Heizspiegel zielt nicht auf Verbraucher, die schon jetzt zur Gruppe der Wenigverbraucher zählen...'. Also: Wenn Sie (jetzt schon) weniger als die Besten verbrauchen, sind Sie uns egal, nicht mal ein erwähnenswertes Vorbild...

 

Der 2.Umbau der Heizungsanlage ab 2001

Blick auf Kessel und Verteilung
Anlagenansicht: Blick auf Kessel und Verteilung, Isolierung und Verkleidung abgenommen. [Fotos: db]
 
Wie Sie sehen, haben wir wieder umgebaut - leider mehr als wir wollten und wir sind noch nicht fertig.
 
Wir danken den beteiligten Firmen für die schnelle und unkomplizierte Unterstützung des Projekts:
  • ELCO-Klöckner: Kessel, 1.Brenner bis 5/2006, Steuerung bis 2003
  • Hansa Brenner: Blaubrenner HBV18 ab 9kW.
  • Technaflon: Abgasleitung seit 2001 aus Teflon mit 20 Jahren Garantie. {Wenn der Schornsteinfeger das Rohr bis dahin leben lässt :-( }
  • Werner & Co: Filter und Öldüsen
  • Und viele weitere Helfer, die guten Ideen und praktische Teile mit einbrachten...

Das gesamte Rohrleitungssystem wurde angepasst, die Abgasleitung bekam wegen dem lauteren Blaubrenner einen Schalldämpfer und die Ölzuführung wurde auf einen Tiger-Loop TC 110 mit KFZ-Feinfilter umgebaut. Das hat den Vorteil, dass das Öl entlüftet wird, das rücklaufende Öl rührt nicht das im Tank auf und die Wärme der Pumpe und der Ölvorwärmung werden wieder nutzbar. mehr zu Filtern
Also alles nichts Außergewöhnliches: Nur die Abstimmung der Komponenten muss stimmen. Was man nicht verbrennt, muss man auch nicht bezahlen...

Tiger-Loop Filter

Beim Tiger-Loop Filter nutzen wir hier besonders den Effekt, dass er den Durchsatz vermindert, um die kleine Leistung zu erreichen. Das geht so:
      Die Konstruktion lässt das schon vorgewärmte Rücklauföl der Pumpe in die Ansaugung laufen. Es ist nach 3 Minuten ca. 30º warm. Beim Öl an der Düse kommt dann die Temperaturerhöhung von 55º des Vorwärmers hinzu, dass das Öl an der Düse gut 80-90ºC erreicht. Damit hat es die Viskosität von ca 1,0 Centistokes - so flüssig wie Wasser - und lässt sich hervorragend versprühen. (Danke an Herrn Bürgermeister für den Tipp!)
      Da Öldüsen auf eine Viskositätsverminderung mit Durchsatzsenkung reagieren, erreichen wir einen 'Vorwärmfaktor', der im Gegensatz zur normalen Vorwärmung nicht 0,889 (Weishaupt) beträgt, sondern bei uns im Jahr 2003 ermittelt bei 0,84 liegt. Das heißt: man kann bei 0.3er Düsen ziemlich genau mit 16% Durchsatzminderung am Tiger-Loop rechnen (gegen nicht vorgewärmtes Öl).
      Ganz perfekt ist das natürlich nicht, denn der Brenner benötigt dazu eine 'Einschwingzeit' von gut 3 Minuten - also lange Laufzeiten anstreben!
Detail Filter/Entlüfter
Tiger-Loop mit MANN-Filterpatrone 712

 

Wir sind leidenschaftliche Datensammler

Nur durch Jahresvergleiche wird es möglich, Einspareffekte oder Flops zu beurteilen. Wir speichern die Daten der Heizungsanlage sekündlich und haben seit 1994 ca. 30 Megabyte gezippt in 15 Minuten-Intervallen vorliegen, so dass wir jeden Betriebszustand exakt rekonstruieren können.
Interessant ist, dass alle Herstellerfirmen, denen wir die Daten kostenlos angeboten haben, bisher immer nur verständnislos zurückgefragt haben: "Und was sollen wir damit?"
 
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Die Daten der Anlage ab 2001 bis 2006

  • Kombi-(Niedertemperatur-) Anlage mit Warmwasserbereitung Systron Öko-Plus 2-22
    • Controller Logon M (G+Z1) von Lamberti, 2004 ersetzt durch JCI DX.
    • LAS zur Brennerluftvorwärmung und Abgasverlustreduzierung
    • Abgasleitung mit Schalldämpfer und Teflon-Abgasrohr.
  • Brenner
    • Leichtöl-(Blau-)Brenner Hansa HBV18 ab 5/2006.
    • Brennerleistung mit 0.3/75° mit 9,2 bar = 10,53kW.
    • Ölzähler mit Vorfilter
    • Tiger-Loop Filter zur Durchsatzverminderung, Entschäumung, Entlüftung.
  • 1 Fussbodenheizkreis
    • Verteilung: el.-mech. Mischer, der mit einem eigenen Regler die Kesselwassertemperatur auf 40° hält.
    • Elektronischer Pumpenregler mit dT-Kennlinie verringert die Schalthäufigkeit weiter ( NovaTec)
    • Ladepumpe als Rücklauf-Anhebepumpe zum Kesselschutz
  • Trinkwassererwärmer
    • Speicher 300 Liter Bindl
    • Keine Zirkulationspumpe

Umbauhistorie

Bis Mai 2001
Wie im Kapitel Ölbrenner beschrieben, war es gar nicht so einfach, den neuen Blaubrenner EK 01.28L-NH an seine minimale Leistungsabgabe 'zu gewöhnen'. Er wird mit einer Düse 0.45/80º ausliefert und ist auf ~15 bar eingestellt, was ca. 22kW Feuerungsleistung bringt.
 
Elektrische Probleme beim krachneuen Lamberti-Controller beseitigt: Kontaktfehler der Module. 3h Arbeit!
 
An dieser Stelle danken wir ausdrücklich dem Servicetechniker Herrn Peter Gerlach, ohne dessen technische Neugier und Hartnäckigkeit wir noch lange nicht so weit wären!
 
Dezember 2001
Zuluftanschluss am Brenner und Schlauchanschluss (55mm) an den Kamin für LAS hergestellt.
Der Einbau einer Düse 0.3/80º bei 14,5bar brachte allerdings nur 6% CO2, weil Lufteinstellung zu ungenau.
 
März 2002
Mischeinrichtung bündig mit Düse gesetzt: max. 12,6% CO2.
Kleinere Mischdüse eingebaut: Keine Änderung CO2.
Probleme mit ausblühendem Schwefel durch das Kondensat am Schalldämpfer.
Versuche zur Heizgrenze.
 
Mai 2002
Eigenbau Lufteinstellung geplant.
 
Bis August 2002
Mischer festgerostet. Gängig gemacht und mit Silikonfett wieder eingebaut.
Lufteinstellvorrichtung im Brenner so geändert, dass kleine Leistungen erreichbar sind. Brenner auf 8bar eingestellt ~ 10kW. (Schade für den Schornsteinfeger, der ist jetzt raus aus der wiederkehrenden Messpflicht...) Leider nur 10,5% CO2 - also noch jede Menge Luft zuviel. Das wird nächstes Mal geändert. Dabei festgestellt, dass der Brenner auch bei 6bar Öldruck (~9kW) noch läuft und auch wieder anspringt.
(Diese Werte haben wir nach Messung der echten Ölverbräuchen noch mal angepasst.)
 
Dezember 2002
Rücklauf Anhebe-Pumpe eingebaut:
OV-Verteilventil hinter WW-Ladepumpe auf WW-Speicher und Kesselrücklauf wirkend eingebaut.
Durch den Einbau kann man die Pumpe
  1. als RAP=Rücklaufanhebepumpe und
  2. als WWLP=Warmwasserladepumpe nutzen.
Eine eigene, aber einfache Steuerung ist dafür nötig.
Mehrverbrauch pro Jahr: 226kWhel = 34 Euro.
Rücklaufanhebe-Pumpe
Doppelt genutzte Ladepumpe

Mai 2003
Ölzähler
Feinfilter und Ölzähler über dem Vorfilter
Ölzähler eingebaut. Dabei merkt man dann, mit welch ungenauen Zahlen man bisher operiert hat. Nach dem Ölzähler liegt der Durchsatz jetzt bei ca. 1,008 Liter in einer Stunde = 10,16kW.

Dezember 2003
Klöckner/Lamberti-Regler ausser Betrieb genommen und eine frei programmierbare JCI-Steuerung eingebaut. Diese wird im Moment auf minimale Brenner-Einschaltungen/Tag gebracht. Sparen kann sie jetzt schon, weil sie die kombinierte Außentemperatur/Raumtemperatur-Strategie fährt. Mehr Zahlen Anfang 2004!
 
Juli 2004
Der Eigenbau der Lufteinstellung hat wegen Undichtigkeiten und Fertigungs-Ungenauigkeiten des Elcobrenners im unteren Bereich keine große Wirkung. Nur ein besserer Brenner kann noch helfen. Wir betonen hier noch mal unsere Bereitschaft für Feldtests an Ölbrennern bis zu 11kW, gerne auch modulierend!
      Kontrollmessungen bestätigen wieder einen Abgasverlust von nur 2%(Hu), also 98% Kessel-Wirkungsgrad! Das ist immer noch ein NT-Kessel, kein Brennwertkessel!
 
Mai 2006
Wegen der unbefriedigenden Lufteinstellung des Elcobrenners bei kleiner Leistung haben wir einen Hansa HBV18 mit gutem Ergebnis eingebaut. Düse: handverlesene Steinen 0.3/75° mit 9,2 bar = 10,53kW.
Da das unter 11kW Kesselleistung ist, darf auch kein Schorni mehr messen kommen. Deshalb hier die unbestechlich genauen Werte:
  Kessel-Temp		40°   (geregelt)
  Zuluft-Temp		32°   (wegen LAS)
  Abgastemp:		67,5°
  CO:			42ppm
  O2:			4,2%
  CO2:			12,2%
  Luftüberschuss:	1,25
  Abgasverlust:		1,8%

Juni 2006
Einblasdämmung in die Luftschicht
 
Fill-it Dämmung einblasen
Dämmung wird eingeblasen
Wärmedämmung
Reduzierung des Wärmeverlusts, dichtere Fugen, besserer Schallschutz

Das Einbringen der Einblasdämmung von 'FILL-IT® Dämmtechnik GmbH Berlin' ging schnell und sauber: nach 3 Stunden war alles erledigt.
Das Haus ist jetzt so dicht, dass wir über eine Lüftungsanlage nachdenken.
 
September 2006
Der Gläsertausch dauerte etwas länger: 2 Wochen.
Insgesamt wurden 59,52 m² Glas verbaut. 1988 wurde beim Bau einfaches Doppelglas (4-16-4) mit dem damals 'guten' k-Wert von 3,0 eingesetzt. Das haben wir 2006 komplett gegen 1,1er Wärmeschutzisolierglas (aber: 6-16-4) getauscht, teilweise auch Sonnenschutzglas. Wir erwarten aus dem Gläsertausch jährliche Einsparungen in der Höhe von 8.967 kWh oder 935 Liter oder 508 Euro. Die Maßnahme rechnet sich durch Selbsteinbau in 8,8 Jahren. Mehr dazu...
 
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Details zur Abgaslösung

Abgas und Zuluft
Schalldämpfer am Abgasrohr, Kondensatableitung und Ansaugleitung [Foto:db]
Die eingestellte Abgastemperatur bei diesem Kessel sollte werksmäßig 150ºC nicht überschreiten, tatsächlich jedoch maßen wir beim WW-Laden (Härtefall!) bis zu 190º im Kernstrom. Für das Technaflon-Rohr war das etwas heiß.
      Bei der Auslieferung war der Kessel mit 2 eingelegten Turbulatoren bestückt, so dass wir die 3 weiteren mitgelieferten Turbulatoren einbauten und jetzt auf eine Abgastemperatur von etwa 80º über Kesseltemperatur kommen. Das sind bisher 150ºC gewesen. Die kleinere Düse (0.3/80º) bringt eine weitere Reduzierung auf 120ºC.
      Mit dem wärmtauschenden Ansaugweg (LAS) erreichen wir eine Erwärmung der Brennerzuluft um etwa 24-30K. Der Abgasstrom kühlt sich auf den 8 Metern etwa um 70K ab! Oben sind nur noch 30ºC messbar. Der Vorteil - jede Kondensation findet außerhalb des Kessels statt: im Kamin nämlich, und die Verbesserung ist nachrüstbar. Ergebnis: Abgasverluste von unter 2%.

Besonderheiten bei der frei programmierbaren Steuerung ab Januar 2004

Aus der alten Erkenntnis, dass die Optimierung der Verbrennung und die Auskopplung der Wärme in den Heizkeislauf (und nicht in den Kamin) nur die 'halbe Miete' sind, haben wir uns der weiteren Minimierung des Verbrauchs mit messtechnischen und statistischen Methoden genähert.
  1. Dazu hat sich bei Ölbrennern die Verlängerung der Brennerlaufzeit als oberstes Gebot herausgestellt. ==>
  2. Heiß herumstehende Kessel ohne Leistungsabnahme waren das nächste Übel. So haben wir den vorhandenen Mischer einfach dazu benutzt, den Kessel auf seiner niedrigst möglichen Temperatur (40°C) dauerhaft ohne Kondensation geregelt zu fahren.
  3. Die Kondensation (der Abgase) erfolgt bei Abgastemperaturen von unter 90°C nur im Technaflon-Wellrohr.
  4. Es ist jetzt wegen der passenden Leistungsabstimmung möglich, den Kessel nach dem Brennerstart ohne Leistungsabnahme auf seine Temperatur kommen zu lasssen und über den Mischer (wie bei einer Auto-Kupplung) an die Abnahme zu koppeln. Laufzeiten von bis zu 4 Stunden sind morgens real.
  5. Wegen (2.) ist bei Brennerstillstand der Mischer immer ganz offen, die Pumpe läuft wegen der Rücklaufregelung durch, aber nur mit voller Drehzahl, wenn ein entsprechendes dT entsteht. (Brenner läuft).
mittlere Brennerlaufzeiten
Entwicklung der Laufzeiten pro Brennerstart
[Quelle: db] Eigene Messungen, eigene Entwicklung, Progr.-Vers. 49

Als schwierig hat sich bei der neuen Regelung die Einstellung der Heizgrenze herausgestellt, weil dieser SPS ein Speicher für Mittelwerte fehlt. So nähern wir uns der Lösung mit einer Kühloptimierungszeit.
 
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Die Erfolge stecken in dieser Tabelle

Jahr Außentemp.
1-Wochen- Min.{°C}
Gradtags- zahl 15/20
{d*K}
Brenner-
Starts
{Anzahl}
Brenn-
dauer
{h}
Öl- verbrauch
{kWh/m²}
Antrieb
{kWh}
Was haben wir getan?
1990   3147 messbar messbar 126,03   15.9. Einschaltzähler & Betriebstundenzähler eingebaut
1991   3540 13627 1781 132,36    
1992   3291 10055 1473 133,85   3Jahre-Basis der Differenzbildung
1993   3509 12011 2089 102,81    
1994   3188 11070 1493 114,22   04/94 Messwerterfassung eingebaut
1995 -6,80 3345 6289 1677 111,25   Mindestlaufzeit &
Stütz-Temp. geändert
1996 -10,80 3948 3626 1918,0 109,10   Januar: Düse mit 0.3/60º und anderes..
1997 -15,40 3295 3274 1487,8 89,75 1350 HZG-Pumpenregler & WW-Urlaubsschalter eingebaut
1998 -5,51 3285 3749 1554,6 93,84 1138 Versuch: Kesselreinigung, wenn TAbgas >220ºC
1999 -4,51 3209 3234 1429,6 89,64 1066 (Januar: diese Tabelle :-)
2 Monate Sommerabschaltung
2000 -3,55 3049 2879 1340,4 89,52 1060 Die Reduzierung der Einschaltungen!
2001 -4,31 3337 5183 1132,7 82,02 1007 Neue Kesselanlage, LAS, neuer Rekord trotz hoher Einschaltrate, FBH-Kreise hydr. abgeglichen
2002 -5,06 3094 3756 1203,6 73,59 979,7 Heizgrenze 13º, Krampf und Kampf mit Elco-Brenner - Leistung auf ~10KW, ~45W/m²
2003 -7,90 3209 4135 1640,7 75,92 1206,3 Kessel: 12/02 Rücklaufanhebung eingebaut.
2004 -4,88 3392 1970 1657,25 77,13 1254,3 Regler ersetzt durch JCI-DX. 3 Monate Test/Einstellen der Rücklaufregelung.
2005 -6,15 3201 2129 1709,51 82,89 1275,5 Mehr Verbrauch, aber viel bessere Regelkonstanz Innentemperatur bei Kälte.
2006 -2,53 3098 1901 1474,36 77,03 1181 Sommer 2006:, Neuen Brenner, Luftschichtisolierung + neue Scheiben.
2007 -3,30 2961 1259 1191,26 66,46 1053 Ernte aus 2006 eingefahren!
Mittelwerte letzte 3 Jahre
2005-07 -4,97 3087,7 1757,67 1456,24 75,46 1181,17 16,63% Jahreslaufzeit
Ersparnis in 2007 gegen das Mittel von (1991-93) -85,2%   -44,2%   621,95 Euro ÖL +
  85,79 Euro Steuern

Erläuterungen zur o.g. Tabelle:
Außentemperatur
& Statistik
Die Jahresmittelwerte wie Außentemperatur und Gradtagszahlen werden seit Einbau der Messwerterfassung von uns ermittelt. Bei den Jahren vor 95 haben wir daher keine Daten. Für die Normung des Verbrauchs benutzen wir hier die offiziellen Gradtagszahlen aus der Stadt Aachen. Die eigenen lokal gemessen können differieren: Sie finden diese unter den Statistiken der Betriebsdaten.
Wenn Sie auf den Wert der Jahrestemperaturen klicken, öffnet sich ein neues Fenster mit der statistischen Temperaturverteilung zu diesem Jahresmittelwert.
Ölverbrauch
kWh/m²;
Dieser klimakorrigierte Verbrauch beinhaltet die Warmwasserbereitung eines 2-Personenhaushalts inclusive angeschlossener Spülmaschine und Waschmaschine.
Der Wert ist der gesamte Flächenverbrauch normiert auf das 10-jährige, gleitende Mittel (jeweils das Mittel der 10 Jahre vorher) der Gradtagszahlen in Aachen.
Antrieb Die elektrische Hilfsenergie wird seit 1996 über einen eigenen Zähler erfasst und beinhaltet Regelung, Pumpen, Brenner und Messwerterfassung (diese benötigt 70W * 24h * 365 Tage = 613,2 kWh ).
Wir landen damit GTZ-bereinigt bei ~4,8 kWh/(m²*a), also ca. 0,7 Euro/(m²*a).
Update Alle Werte beziehen sich auf 1 Jahr, aktueller Stand der Statistik ist der 1.1.2008

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Fazit zum Optimieren

Wir haben mit einer konventionellen NT-Anlage bezogen auf den Mittelwert von 1991..93 eine Reduzierung von mehr als 40% im Ölverbrauch erreicht, wenn man den Verbrauch auf das langfristige, gleitende 10-Jahresmittel normiert. (Damit ist er relativ gut von den jahreszeitlichen Schwankungen befreit).
      Das wurde bis 2005 alleine durch Änderungen an der Anlage erreicht, am Haus wurden keine Änderungen gemacht. Es geht auch ohne Kesseltausch - oder: Sparen beim Öl/Gasverbrauch ohne Komfortverlust ist gerade bei einer bekannten vorhandenen Anlage gut möglich. Die Anpassung an die Erfordernisse der Nutzer ist die wesentliche Optimierungsarbeit, sonst könnte man gleich abschalten :-)
      Die Einsparungen sind zurückzuführen auf die konsequente Verringerung der Verluste beim Nutzerverhalten, bei der Anpassung der Steuerung/Regelung und bei den Anlagenkomponenten. Allein in der Übergangszeit lassen sich mit der richtigen Heizgrenze 20-40% sparen.

Anlagenwirkungsgrad = Output / Input

Wenn Sie die 2 wesentlichen Zähler besitzen, nämlich einen Gas/Ölzähler vor dem Brenner und einen (oder mehrere) Wärmezähler vor der Wärmeverteilung, können Sie den Jahreswirkungsgrad (Nutzungsgrad) ihrer Anlage einfach und genau bestimmen. Erschrecken Sie nicht: Sie werden nur 50-70% messen. Es gehen also 50-30% des eingekauften Brennstoffs an Ihnen vorbei, ohne Wärme zu erzeugen. Das liegt an den tollen Steuerungen aus dem letzten Jahrtausend, die immer noch verbaut werden. Mehr dazu...
 
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Die Hausdaten nach EnEV für das Jahr 2002

Energiebedarfsart gesamt
{kWh/a}
spezifisch
{kWh/(m²*a)}
Primär-
energiefaktor
Bemerkung
Endenergie (verbr. Öl) 15710 70,8 1,46 normiert auf GTZ
1. Trinkwassererwärmung 2775 12,5   <=! nach Definition EnEV
2. Heizarbeit 12935 58,27   als Rest errechnet
3. Elektrischer Antriebsbedarf 366,5 1,65 3,25 gemessen, excl. Datenlogger
Primärenergie 24127,73 108,68   Summe, normiert auf GTZ
Die Werte gelten für das A/V - Verhältnis: 0,74, beheizte Fläche 222m², Brennstoff Heizöl EL.
 
Der 2002 gemessene Gesamtverbrauch des Hauses Bj. 1987 ist 108,68 kWh/(m²*a) und bleibt damit unter der EnEV-Forderung von 112,3 kWh/(m²*a).
 

Wie sieht denn der echte TrinkWarmWasser-Energiebedarf (TWW) aus?

In den warmen Sommern 1999 und 2003 konnten wir von der Heizung ungestört die reinen Kosten der Warmwasserbereitung im 2-Personenhaushalt erfassen:
Kosten der Trinkwasserwärmung 1999 6/2003
Ölverbrauch {Liter} ca. 37 23,5
Brennereinschaltungen/Monat 115 29
Kosten/Monat {Euro} 7,4 (bei 20 Cents/Liter) 7,99 (bei 34 Cents/Liter)
Kosten/Jahr {Euro} 88,8 95,88
spezifische Arbeit {kWh/(m²*a)} 20,0 12,33
Die Werte gelten für Fläche 222m², Brennstoff Heizöl EL. Angeschlossen sind auch Waschmaschine + Spülmaschine.
 
Der mittlere WW-Verbrauch mit 12,33 kWh/(m²*a) erfüllt auch hier die pauschale EnEV-Vorgabe mit 12,5 kWh/(m²*a).
 
Mehr Infos
Wir haben hier etwas gemacht, was unter Planern streng verpönt ist, weil es die Transparenz fördert:-) Wir haben den Verbrauch genutzt, um den Bedarf nachzurechnen. Strenggenommen muss der Bedarf immer über die physkalischen Werte der Haushülle errechnet werden. Der Bedarf hat erstmal nichts mit dem Bewohner und seinem Verbrauch zu tun, denn der Bedarf nutzt standardisierte Zahlen aus pauschalisierten Szenarien.
      Liegt z.B. der Heiz-Verbrauch eines neuen Objekts weit über dem errechneten Bedarf, wird dieser Vorwurf des Nutzers immer zurückgewiesen werden mit dem Argument, er ließe beim Heizen die Fenster offen o.ä. - reelle Gründe dafür (wie satte Überdimensionierung mit einer miesen Steuerung) lassen Handwerker und Planer und Vermieter nie gelten.
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Die Zukunft

Die Grafik aus der obigen Tabelle des Ölverbrauchs zeigt sehr deutlich, dass die Optimierung schon 1998 mit den vorhandenen Komponenten der alten Anlage in der Sättigung angekommen war. Kleinste Änderungen des Nutzerverhaltens ließen den Verbrauch um die 90 kWh/(m²*a) schwanken.
 
Erst die neue Steuerung und Kessel mit LAS brachte 2002 den Verbrauch auf (normiert) ~70 kWh/(m²*a).
 
Die Umstellung 2004 auf einen programmierbaren Controller brachte nur die Erkenntnis, dass man damit eine wesentlich bessere Regelqualität erreichen kann - mit dem Nachteil steigenden Verbrauchs. So gehts also nicht.
Verbrauch
Weitere Verbrauchs-Verringerung waren 2005 nur noch möglich durch bauliche Veränderungen: Dazu zählten Nachdämmung und der Einbau von Fenstern mit besserer u-Zahl: Das geschah 2006.
  • Ein Bau lässt die Verbesserung einer Dämmung nur in engen Grenzen zu. Wir haben gefunden, dass man die Luftschicht gut dazu benutzen kann.
  • Fenstertausch mit 1,1er Isolierverglasung kostet 100...200 Euro/m² und so muss man sich eine solche Maßnahme sauber durchrechnen, wenn man schon 2fach-Verglasung mit u=3,0 hat. Das haben wir getan.
  • Ein Brennwertkessel würde hier nur in Verbindung mit einem modulierenden Brenner von 3-10kW richtig etwas bringen, den es aber auf dem Ölsektor (für LAS) noch nicht gibt.
  • Erfolge bei der Heizgrenze veranlassen uns zu Berechnungen über eine aktive Verringerung der Heizgrenze mit einer thermischen Solaranlage zur Heizungsunterstützung. Demnächst mehr dazu. Das dauert aber noch etwas.
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Noch mehr Hintergrundinfos

  1. Womit heizen wir in 20 Jahren?
    Bilden Sie sich Ihr Urteil zum Endes des Öls.
  2. Heizungs-Betrieb
    Aktuelle Grafiken und Statistiken seit 1995.
  3. Verluste?
    Wo bleibt das Öl? - Wo bleibt die Wärme?
  4. Was kann ich mit der richtigen Heizgrenze sparen?
  5. Wie wirkt sich eine Wartung aus?
  6. Wie Sie trotz Sparen noch Heizen können :-)
    Wie ordnen Sie die hier genannten Verbrauchs-Zahlen im Vergleich zu anderen Verbräuchen ein?
  7. Technische Begriffe?!
    Fach-Termini für Heiztechnik und Statistik.
  8. Endlich! Wir haben erfolgreiche Mit-Sparer bekommen!
  9. Text zum Heizspiegel der Stadt Aachen [pdf-Download von 2004]

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email © System Integration Beitzke
Seite erstellt am 01.1.1999, letzte Änderung 18:47 10.6.2014, Dienstag
Danke an alle Helfer: | Planungsbüro für Energie & Umwelt (IBL) | Dr. Dieter Wolff |