Der Einheizer 2008

Unser jährlicher Kommentar zum Stand der inzwischen 100jährigen Branche.
 
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Das Thema 2008:

Brot und Spiele

Aus der Vergangenheit lernen wir, dass Diktaturen und Wirtschaft gewisse Synergieeffekte aufweisen, weil eben beiden gemeinsam ist, dass sie klaren internen Zielvorgaben unterliegen.
 
China's KP erhielt den Olympia-Zuschlag für 2008 ja nicht, weil sie die Tibeter unterdrückt - und Nazis und Banken arbeiteten bei der Ausraubung Rest-Europas reibungslos zusammen ( Götz Aly: 'Hitlers Volksstaat').
      Wie man in Sascha Adamek's und Kim Otto's Buch 'Der gekaufte Staat' nachlesen kann, werden Demokratien durch die klaren Ziele kapitalistischer Industrieen eben nicht gestärkt, sondern ausgehöhlt. Industrielle Produktionslinien sind eben kein Produkt demokratischer Entscheidungen, sondern Ergebnis scharfer Kalkulation.
Gewisse moralische Vorgaben einzuhalten, hat ja bisher auch bei den Banken nicht so gut geklappt: Gier macht wohl blind.
      So ist es denn mehr als angebracht, wenn unsere Demokratie - solange sie noch Handlungsspielraum hat - ihren Industrieen Leitplanken auch für den Klimaschutz gibt.
 
Beim 'System Haus' betrifft das den massenhaft sanierungsresistenten und energiegefräßige Altbau. Aus der Erfahrung der Vergangenheit legen wir den Verordnungsgebern ans Herz, die unten zusammengefassten Vorschläge zu übernehmen, um energieeffizientere Technik mit Olympia-Geschwindigkeit einzuführen. Das sind keine großen politischen Entscheidungen, sondern nur kleine Schrauben mit Feingewinde, um inzwischen schief stehende energetische Fundamente durch Marktkräfte ins Lot zu bringen.
 
Wer würde heute noch beim Auto eine Servolenkung ablehnen?
Folgerichtig dient diese Lenkungswirkung den von Steuererhöhungen geplagten Normalbügern als Anregung, mal Investitionen mit Nutzen aus Einsparungen gegenzurechnen, um seine Wohnung günstig warm zu bekommen. Die beste Lösung - richtig dämmen - ist nicht nur teuer, sondern auch nicht immer anzuwenden. Es gibt viele andere vernachlässigte Möglichkeiten, Energie viel effizienter zu nutzen.
 
Unsere These: 'Energiesparen ist eine sofort einsetzbare Ressource. Alle Techniken sind vorhanden!' stimmt...
...man muss sie nur anwenden wollen.
Also, was wollt ihr, Politiker?
PS: 'Moral' ist das, was allen nützt...


 

Hier also die harten technischen Details:

Diese lassen sich - wie andere Vorschriften bisher auch - gut in der deutschen Heizanlagenverordnung unterbringen.

Bei Renovierung von Altbauten, solarer Heizungsunterstützung oder Wärmepumpen

Flächenheizungen fördern, Heizkörper bestrafen!
Die niedrigere Durchschnittsstemperatur von Flächenheizungen lässt solare Heizungsunterstützung erst effizient werden.
Wärmepumpen können nur so effizient betrieben werden.

Luft-Abgas-Systeme fördern!
LAS helfen 2fach, Energie zu sparen:
  1. Der Brennwerteffekt im Kamin lässt den Kesselwirkungsgrad steigen, bei Öl-NT-Kesseln z.B von 92 auf 98%.
  2. Über die Verbrennungsluftzuführung von außen wird verhindert, dass der Heizraum bei Brennerstillstand auskühlt. Bisher mussten die Wärmeverluste weggelüftet werden. Der Heizraum zeigt die Effektivität der Heizung leicht erkennbar an: je wärmer, desto verlustreicher.

Verbot der atmosphärischer Verbrennung zur Heizwärmeerzeugung
Diese Kessel sind Anfang des vorigen Jahrhunderts konstruiert worden.

Hydraulik muss leicht messbar sein

Forderung, ein Möglichkeit einzubauen, die Wassermenge in jedem Strang festzustellen.
  1. Bei jedem Pumpentausch muss eine Möglichkeit mit eingebaut werden, die Wassermenge(n) festzustellen.
  2. Heizung/Kühlung: kein Strang ohne hydraulische Abgleichmöglichkeit
  3. Jede Solarthermieanlage muss eine Möglichkeit haben, die Volumenströme zu bestimmen.

Keinen Kesseltausch mehr ohne hydraulischen Abgleich zulassen.
Wenn der hydraulischen Abgleich gefordert wird, muss das auch durchgesetzt werden.
Jede Änderung am System erfodert den hydraulischen Abgleich, also muss dieser auch einstellbar sein.

Moderne Steuerungen fordern!

  1. Auf 'Vorratswärme' arbeitende vorlaufgeführte Steuerungen müssen innerhalb von 2 Jahren gegen aktuelle leistungsgeführte Steuerungen ersetzt werden.
  2. Permanent auf 'Vorratswärme' arbeitende Warmwasserspeicherungen müssen innerhalb von 4 Jahren gegen anforderungsgeführte Warmwasserbereitungen ersetzt werden.
  3. Ungesteuerte Warmwasserbereitungen sind stillzulegen.

Bei elektrischen Wärmepumpen:

Trinkwassererwärmung mit der elektrischen Wärmepumpe verbieten
Wärmepumpen arbeiten dabei wie ein teuerer Elektroheizstab
Verbot der Quersubvention bei allen Arten von elektrischem Strom zu Heizzwecken.
Wärmepumpen werden von den Versorgern als Ersatz der Nachtspeicheröfen angesehen und mit billigerem Strom bezuschusst.

Wenn Contracting, dann nur Einsparcontracting erlauben!

  1. Mit nachweislich durchgeführtem hydraulischen Abgleich bei Fertigstellung.
  2. Nachweis der Effektivität der Anlage - jährlich.

Bei Lieferanten und Großhändlern:

Deutschland sollte genauso effizient beheizt werden wie England
Verkaufsverbot atmosphärischer Heizkessel
Verkaufsverbot atmosphärischer Trinkwassererwärmer
Verkaufsverbot von nicht voreinstellbaren Heizkörperventilen.
Wenn der notwendige hydraulische Abgleich durchgeführt werden soll, muss er einstellbar sein, uns zwar an jedem Heizkörper. Mit den üblichen Rücklaufabsperrventilen geht das nicht, weil die nur einen viel höheren Durchfluss zulassen.
Verkaufsverbot von Standard-Heizungspumpen, wo ECM-Pumpen einsetzbar sind.
ECM-Pumpen können das mit halbem Energieverbrauch und sind besser einzustellen.
Verkaufsverbot von konventionellen Vorschaltgeräten bei Leuchten.
Elektronische Voschaltgeräte schaffen die gleiche Lichtleistung bei nur 60% Energeieinsatz und 50% längere Lampenlebensdauer.

Bei der Ausbildung:

  • Fachhandwerker müssen nachweisen, dass sie Heizungshydrauliken abgleichen können.
  • Nachweis der Fortbildung in bestehenden Betrieben. Wie bei Ärzten. Sonst Zulassungsverbot.

Bei den Verwaltern in der jährliche Abrechnungen für Mieter

Der Jahresnutzungsgrad der Beheizung ist in der Abrechnung zu veröffentlichen.
Es ist für keinen Mieter nachzuvollziehen, wie effektiv die Heizanlage arbeitet. 40% Verlust sind heute die Regel.

Über die Verwaltungen:

Jährlichen Nachweis der Heizungseffizienz fordern.
Also müssen auch die Geräte dazu vorhanden sein:
  • Gasheizungen (primär mit Gaszähler und) sekundär mit Wärmemengenzähler(n)
  • Ölheizungen primär mit Ölzähler und sekundär mit Wärmemengenzähler(n)
  • Elektrische Wärmepumpen primär mit Elektrozähler und sekundär mit Wärmemengenzähler(n)
  • BHKWs mit primären Energiezählern und und sekundären Wärmemengenzähler(n)
  • Solarthermieanlagen mit Wärmemengenzähler(n)
Top-Runner Modell einführen
  1. Spezifische Jahresverbräuche(kWh/m²) und die Anlageneffizienz(%) müssen jährlich an die Gemeinde übermittelt werden.
  2. Die Gemeinden sind mit diesen Daten Zwangsteilnehmer beim Energieatlas Deutschland, den dena/destatis im Internet jährlich aktualisieren müssen. (Dort sind die spezifischen Energieverbräuche und ihre Entwicklung kartografiert.)
  3. Die besten dort gelisteten Gemeinden fassen Ihre Maßnahmen zusammen, damit diese Leuchturmprojekte dem Gesetzgeber als Vorlage in Gesetzesentwürfen dienen, um flächendeckend Effizienzsteigerungen zu bewirken.
Wärmeschutznachweis beim Bauantrag fordern
Die Ergänzung kam vom Ingenieurbüro Strunz in Ottobrunn:
  • 'Was bringt uns eine weitere Verschärfung der Anforderungen, wenn der EnEV-Nachweis nicht obligatorisch mit dem Bauantrag eingereicht werden muss?'
  • 'Warum wissen die meisten Käufer von Bauträgerhäusern nicht, dass sie als erstes den Energieausweis einschließlich Bauteilliste und Berechnung der Anlagenaufwandszahl einfordern sollten?'

Im Rechtswesen:

Einklagbares Recht der Mieter auf eine effektive Heizanlage.
 

Vorteile

Die unsinnigen und teueren 'Kontrollmessungen' der 8000 Schornsteinfeger können sofort eingestellt werden.

Unser Grundrecht §13 (Unverletzlichkeit der Wohnung) sollte dann auch in Deutschland 70 Jahre nach Himmler wieder ausnahmefrei hergestellt werden!
Das wäre in echter demokratischer olympischer Sieg.
 
Viel Erfolg beim energetischen Anpassen der Gesetze, Ihr Dietrich Beitzke
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Seite erstellt am: 1.4.2008, letzte Änderung 09:24 7.5.2008, Mittwoch