HeizungfaqsInhalt
1. Was finden Sie hier?Die Heizungs-Fragen und -Antworten enthalten Tipps zu bisher gestellten Fragen beim Heizen und Lüften, zur Steuerung und Regelung. Sie speisen sich aus Ihren per eMail gestellten Fragen. Benutzen Sie die Textsuche mit 'CTRL+F' und weiter mit 'F3', um Ihre Begriffe schnell zu finden. Nur diese Faqs sind das Original und werden so oft wie möglich aktualisiert. Zuletzt 10:41 30.5.2011, Montag [ Inhalt ] 2. AltbauIch will einen Altbau kaufen, worauf muss ich achten? Tipps für alte Heizungen ==> 2. Das Ausdehngefäß ist fast immer(!) zu klein oder kaputt. Wenn dauernd Wasser nachgefüllt werden muss, Ausdehngefäß neu berechnen und ersetzen. Nicht davon ausgehen, dass der letzte Heizungsbauer das richtig gemacht haben sollte... ==> 3. pH-Wert des Heizungswassers messen. Mehr dazu unter Korrosion. [ Inhalt ] 3. AusdehngefäßWer kann mir Tipps zum Heizkörperentlüften geben? Ich habe ständig Luft in der Heizung. Ausserdem beobachte ich das Phänomen, dass der Druck im Heizkreislauf trotz gelegentlichem Entlüften ansteigt. ==> Das sieht ganz nach defekten Ausdehngefäß (MAG) aus. Und als zweites Problem wird man sicher noch eine falsche Hydraulik feststellen. Wenn das MAG nur keinen Druck mehr hat, ist es ein typischer Wartungsfehler: Einige(?) Firmen kassieren für diese nicht durchführte Arbeit auch noch echtes Geld :-) Hier wird erkärt, wie es sein sollte. http://www.heizungsbetrieb.de/de/abo/hydr.html [ Inhalt ] 4. Auslegung und BerechnungBrauche ich eine Wärmebedarfsberechnung? ==> Vor(!) dem Neubau oder Umbau empfiehlt sich die korrekte Auslegung durch ein Ingenieurbüro. Nach deutschen Gesetzen muss eine Wärmebedarfsberechnung gemacht werden. Lassen Sie sich die Wärmebedarfsberechnung auch zeigen! .. und bauen Sie danach! [ Inhalt ] 5. AußenfühlerIch habe ein freistehendes Zweifamilienhaus und möchte wissen, wo der Außenfühler am besten montiert werden soll. Mein Heizungsbauer sagt, er sei nur auf der Nordseite richtig. (?) ==> Um die Energie der Sonne maximal zum Sparen zu nutzen und das dynamische Verhalten der Heizung mit seiner Regelung zu verstehen, muss ich weiter ausholen: Den Fühler auf der nördlichen Erdhalbkugel 'immer' nur im Norden eines Hauses an die Wand zu hängen, ist nicht richtig, denn es gibt die verschiedensten Einflussfaktoren. (Auf der südlichen Erdhalbkugel braucht man sinngemäß nur Nord und Süd zu vertauschen, weil die Sonne Mittags im Norden steht.) 1. Der erste Faktor ist die Dämmung des Hauses: Es gibt die Spannbreite von 'so gut wie keiner Dämmung' bis zum Passivhaus. Ein Passivhaus ist bis zur Auslegungstemperatur (z.B.-12ºC) von der Außentemperatur unabhängig(!) und benötigt keinen Außenfühler. 2. Der zweite Faktor ist die Ausrichtung eines Hauses und die Mehrheit seiner genutzen Räume. Wenn diese fast alle nach Süden gehen und große Fenster haben, ist der Fühler auf der Südseite ganz gut. Nicht in der prallen Sonne, aber in einem Schatten (notfalls unter einem Halbrohr als Abschattung mit Belüftung) auf der Südwand sollte er montiert werden. Das spart ganz wesentlich, weil die Sonne die Erwärmung der Räume bestimmt und gleichzeitig der Wärmerzeuger runtergefahren wird. Beobachtungen bei dem Aufheizverhalten in der Übergangszeit (März/Oktober) haben gezeigt, dass es gerade hier viele Tage gibt, die morgens noch kalt (so um 5ºC) sind, dann die Sonne aber für eine käftige Aufheizung tagsüber sorgt. Von dieser Aufheizung hat das Haus über Nacht nicht viel verloren und hat Innnenraumtemperaturen knapp unter dem Sollwert: Ein Regler ohne mittelwertbildende Sparfunktion sorgt für ein Nachheizen, das garantiert Mittags wegen Übertemperatur weggelüftet werden muss. Alles Verluste, die so hingenommen werden. 3. Der dritte Einflussfaktor ist die Art der Heizung. Wenn es eine langsam reagierende Fussbodenheizung (Fußbodenheizung einstellen) ist, würde ich den Fühler immer zuerst auf die Ost/Südseite montieren. Das gilt ebenso für eine Klimatisierung durch Klimaanlage mit statischen Strahlungsflächen als Zusatzheizung. Fazit: [ Inhalt ] 6. Brennwert spart doch nichts?Ich habe meinen alten Kessel gegen einen neuen Brennwertkessel getauscht, muss aber nach 2 Jahren entäuscht feststellen, dass ich nichts gespart haben. ==> Diese Behauptung ist immer zu hören: 'Wer einen alten Standardheizkessel beispielsweise gegen ein Öl-Brennwertgerät austauscht, kann künftig mit bis zu 30 Prozent weniger Heizölverbrauch rechnen.' Es ist also eine Anlagensache (hinter dem Kessel), die sich in den Rohren abspielt. Eine zu starke Pumpe pumpt das Wasser zu schnell um und es hat damit keine Zeit, in den Heizkörpern abzukühlen. Es kommt zu warm zurück. Pumpen sind fast überall um 300% überdimensioniert. Allheilmittel: Hydraulischer Abgleich. Kostet einmal, spart immer! [ Inhalt ] 7. CO2Welcher Brenstoff erzeugt eigentlich wieviel CO2? Hier sind die Zahlen - reine Faktoren, die angeben, wieviel kg CO2 pro kWh erzeugt wird: Erdgas erzeugt 0,232 kg CO2 pro kWh - 1m³ hat ca. 10kWh [Quelle: GEMIS, Version 2.1, Öko-Institut und Hess. Min. für Umwelt... 1995] Je weniger Brennstoff, desto weniger CO2 wird also erzeugt. Dabei liegt Holz mit 0,055 kg eben sehr günstig im Vergleich zu den (schon mineralisierten) Brennstoffen wie Kohle und Öl. Die heute immer beschworene 'CO2-Neutralität' des Brennstoffes Holz gilt natürlich auch für Braunkohle und Öl - nur ist eben der Zeitversatz der erneuten Freisetzung des im Brennstoff gebundenen CO2 nicht so groß. Das CO2 im Holz ist eben so um die 100 Jahre alt, das im Öl 100 Millionen Jahre. :-) [ Inhalt ] 8. EinrohrheizungDie Wärmeausbeute ist meiner Meinung nach nicht ausreichend, da ich mit mindestens 65ºVorlauftemperatur fahren muss, um eine einigermaßen angenehme Raumtemperatur zu haben. ==> Einrohrheizungen sind die Kür beim Saniern von Heizungssystemen :-(( Einrohrsysteme mit ihren hintereinander geschalteten Heizkörpern haben alle Macken, weil jedes Ventil einen (einstellbaren) Teil des Heizwassers für sich braucht und den Rest an das nächste abgibt. Dabei wird das Wasser nach hinten immer kälter. Bei langen Heizkörpern in einer Einrohrheizung gibt es zusätzlich das Problem, dass das innere Wärmeleitrohr - meist 20cm - viel zu kurz ist und im HK ein Wärmekurzschluss ensteht: Er ist dann ab der Mitte fast immer kalt, oben und unten! Fast immer werden die 1-Rohrverteiler mit zu wenig Druck der Pumpe versorgt, so dass der nötige Durchfluss nicht erreicht wird. Das kommt aber meist daher, dass irgendwo ein Kurzschluss eingebastelt wurde. [ Inhalt ] 9. Fußbodenheizung einstellenWie kann ich meine Fußbodenheizung richtig einstellen? ==> Um richtig zu funktionieren, braucht eine Fußbodenheizung (FBH) einige grundsätzliche Voraussetzungen: 1. Der Fußboden sollte keramisch sein, besser kein Holz oder Teppich, weil das nur eine Wärmedämmung der Heizflächen nach innen bedeutet. Keramik speichert auch gut. 2. Die Anlaufverzögerung bei einem normalen keramischen Bodenaufbau ist ca. 3h, die Abkühlfase ca. 2h. Die Heizung sollte also zentral um 3:00 angehen, wenn sie um 6:00 die Räume auf 21º erwärmt haben sollte und kann um 20:00 ausgehen, wenn es bis 22:00 warm sein soll. Ein entsprechender Regler mit Anheizoptimierung ist dann sinnvoll, wenn er denn jemals(!) richtig eingestellt sein sollte und ein entsprechender Referenzraum zu finden ist. Daraus ergibt sich auch, dass Absenkfasen nur sehr bewusst eingesetzt werden sollten, denn bei einer FBH ist die innere Temperaturschwankung maximal 3ºC nachts, auch wenn sie abschaltet. ==> Die abgesenkten Temperaturen in einzelnen Räumen bei Häusern mit Fußbodenheizung werden bei der FBH mit weniger Durchfluss des Wärmemittels eingestellt. Mehr Infos bei Regelung einstellen [ Inhalt ] 10. Fußbodenheizung zum Kühlen?... wir haben in beiden Geschossen Fußbodenheizung. Im Sommer wird es unterm Dach im OG schon mal sehr heiss, wobei es dann im UG schon fast zu kühl ist. Kann man die Fußbodenheizung nicht auch zum Kühlen nutzen? ==> Selbstverständlich! Die Wärme wird dann gleich mäßig im Haus verteilt, wenn keine thermostatischen Ventile in den Kreisen eingebaut sind. Diese müssen Sie zum Kühlen ganz öffnen. [ Inhalt ] 11. Gasheizung auslegenIch lasse gerade ein schlüsselfertiges Haus bauen (Doppelhaushälfte, 127 m² Wohnfläche, Niedrigheizenergiebauweise). ==> Die Frage stellt sich heute nicht mehr. Brennwerttechnik ist richtig. Bei Gas immer. Je mehr Sie verbrauchen, desto eher armortisiert sich die Technik - das ist der Witz, also bei einer sparsamen Anlage langsam :-) Der Vorteil der Brennwerttechnik bringt 12 echte Prozentpunkte beim Wirkungsgrad des Brenners ...aber nicht beim Anlagenwirkungsgrad! Fazit: [ Inhalt ] 12. Gesundheit und HygieneLeben Allergiker gesünder in Räumen mit Fußbodenheizung ? ==> Wird Boden oder Wand beheizt, ist Feuchtigkeit an Wänden und Tapeten kein Thema mehr. Also auch keine Chance für Schimmelpilze, Milben und Pilzsporen. Die behagliche Strahlungswärme macht keinen großen Wirbel. Da so gut wie kein Staub aufgewirbelt wird, können nicht nur Allergiker aufatmen. Auch Staubnester an Heizkörpern gehören der Vergangenheit an. Kein Hauch von trockener Heizungsluft, hervorgerufen durch hohe Oberflächentemperaturen von Heizkörpern. Die Flächen oder Strahlungsheizung (Fußbodenheizung einstellen) sorgt dadurch für höhere relative Luftfeuchte. Die Wärme bleibt am Boden, kühlere, staubfreie Luft an der Zimmerdecke beugt Erkältungen vor. Der deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. schrieb in seiner Inforeihe "Allergien" über den Einfluss der Wohnungsheizung auf den Milbengehalt: Es stellte sich heraus, dass in fußbodenbeheizten Wohnungen die Milbenzahl in Teppichböden und Matratzen gegenüber radiatorbeheizten Wohnungen vermindert ist und dieser Effekt bis in den Sommer, über die Heizperiode hinaus, erhalten bleibt. Das liegt daran, dass durch die Fußbodenheizung die Feuchtigkeit in den Teppichböden reduziert wird und somit den gefürchteten Hausstaubmilben die Lebensgrundlage entziehen. Seit 2005 gibt es auch eine gute Nachricht für Staub-Allergiker mit Heizkörper-Heizung: Die Bajorath-Regelung sorgt mit ihrer Intervallheizung für weniger trocken Heizungsluft als als andere Regelarten. (Quelle: WerCo). [ Inhalt ] 13. HeizflächenWelche Heizflächen soll ich wählen: Heizkörper oder Fußbodenheizung? ==> Für den besten Komfort empfiehlt sich bei den heutigen hochwärmegedämmten Häusern (kein Nullenergiehaus) die Fußbodenheizung (Fußbodenheizung einstellen), weil sie die größte Fläche mit geringsten Kosten heizen kann. [ Inhalt ] 14. Heizflächen KostenIst Fußbodenheizung nicht viel teurer als mit konventionellen Heizkörpern zu heizen ? ==> Weil die "Wärmequelle" Fußbodenheizung so großflächig ist, reichen niedrigere Temperaturen zum Wohlbefinden als bei konzentrierten Heizquellen. Das gleichmäßige Temperaturprofil vom Boden her sorgt für angenehme Wärmeverteilung mit Strahlungswärme. Daher kann die Raumtemperatur bis zu 2 Grad niedriger eingestellt werden. Das spart etwa 12 % Energie. Ideal ist auch, dass schon einen einfache Glasscheibe für Wärmestrahlen ein unüberwindliches Hindernis darstellt. (Beweis? Bewegungsmelder, die auf der anderen Seite montiert sind, melden Sie und Ihre Wärme nicht!) [ Inhalt ] 15. Heizkörper... sind im Begriff unser Badezimmer komplett zu renovieren und planen, einen neuen Heizkörper zu installieren. Allerdings widersprechen sich die sog. Fachleute, wenn die Frage zu klären ist, wie groß der Heizkörper sein muss. Es gibt doch bestimmt eine "Faustregel" o.ä., um die Größe bzw. benötigte Wattzahl des Heizkörpers zu errechnen. Unser Bad ist 2,40 x 3,10 x 2,46 groß und uns wurden Werte von 930 bis 2000 Watt genannt. ==> Das Problem ist leider alltäglich, nur kriegen es die wenigsten Bauherren mit: [ Inhalt ] 16. Heizkörper falsch angeschlossen....meine Schlafzimmerheizung hat in der letzten Heizperiode laute "Schlaggeräusche" von sich gegeben. Der Hausmeister hat damals gesagt, "das sei eben so bei einer großen Heizungsanlage". (Sanierter Altbau, ca. 20 Parteien) ==> Klasse Diagnose! Das ist es. [ Inhalt ] 17. Hohe HeizkurveBei meinem Regler muss ich eine steile Heizkurve einstellen, damit es im Winter richtig warm wird. ==> Das hängt sehr stark von der Dämmung und Dichtigkeit des Baus ab. [ Inhalt ] 18. HolzheizungIst es sinnvoll, statt Gas oder Öl eine Pelletheizung einzubauen? ==> Pelletheizungen boomen im Moment (2006). Sie bekommen 2/5tel bis zur Grenze von 12800 Euro als verlorenen Zuschuss vom Land, wo auch der Antrag VOR dem Baubeginn gestellt werden muss. Das Forsttamt muss zustimmen. [ Inhalt ] 19. Ich bin mehrere Wochen weg...ist es dann sparsamer, die Heizkörper auf Frostschutz zu stellen, oder die Heizkörper auf der Einstellung zu belassen, die sie sonst auch haben (z.B. Nachtabsenkung)? ==> Ab einer Woche Abwesenheit sollten Sie auf die Frostschutzstellung gehen, wenn Sie Thermostatventile haben. Bei so langer Zeiten lohnt es sich nicht, eine höhere Temperatur zu halten. Dann heizen Sie besser einen Tag vorher wieder auf. [ Inhalt ] 20. Kessel im Keller?Beim Neubau meines Hauses wollten wir die Heizung im Dachgeschoss unterbringen, doch der Architekt rät uns davon ab. Was sollen wir tun? ==> Das ist ein Relikt aus der Kohlezeit. Es besteht heute (2002) kein sinnvoller Grund mehr, einen Kessel im Keller zu installieren. Das gilt für Neu- und Altbauten. [ Inhalt ] 21. Klimaanlage?... für meine Wohnung benötige ich im EG eine Klimaanlage. Das EG ist ca. 40 qm groß und hat einige gläserne Schrägflächen (wintergartenartig, aber voll in den Raum integriert). Es gibt im EG keine Innenwände - es handelt sich also um einen ca. 40 qm großen Raum mit einigen Nieschen (für Esstisch , Schreibtisch usw). ==> Ich würde es mit Verschattung und einem Lüfter versuchen, denn die Stomkosten einer Kühlung sind genauso hoch wie Heizen mit Heizlüfter. Alleine das ist sinnvoll und umweltverträglich. So eine Lösung muss ein Vermieter einbauen, denn man kann nicht ein vermietetes 'Glashaus' (das ihm ja als Wohnfläche bezahlt wird!) ohne eine Verschattung und Temperatursteuerung vermieten. [ Inhalt ] 22. NeubauIch habe bei meinem Neubau ein Angebot meines Heizungsbauers und meine, der Kessel wäre viel zu gross, den er mir einbauen will. ==> Beim Neubau einer Heizung besteht ein grundsätzlicher Gegensatz zwischen künftigen Bewohnern und dem Heizungs-Installateur, der sich nicht wegdiskutieren lässt: Leider müssen wir immer wieder feststellen, dass gerade in kleinen Bauten wie Ein- und Zweifamilienhäusern trotz richtiger Wärmebedarfsberechnung viel zu große Kessel eingebaut werden. Eine 2-3fache Überdimensionierung wird als "passend" hingenommen, immer mit dem Argument, die Kessel seien ja modulierend und könnten sich so dem Wärmebedarf anpassen. Das riesige Verschwendungspotenzial dabei wird nie hinterfragt. (Die Modulation ist in den Technischen Begriffen beschrieben.) Achten Sie auf die Lage des Außenfühlers, sie hängt von der Gebäudenutzung ab! Beim Neubau gibt es gute Gründe, langfristige Überlegungen anzustellen: [ Inhalt ] 23. Neubau wird nicht warmIm Winter bezogen, sind alle Neubauten kalt und ungemütlich feucht. 1. Die Wände sind noch feucht vom Wasser des Betons. Durch das Heizen wird die Verdunstung des Wassers in Gang gesetzt. Das entzieht den Innenräumen Wärme, die Ihnen fehlt. (Neuer Beton ist übrigens erst nach 6 Jahren trocken!) Tipps: [ Inhalt ] 24. Öl oder Gas?==> Man kann meist nur in kleinen Grenzen selbst bestimmen, welchen Energieträger man zum Heizen nutzen kann. Je nach Wärmeverlust des Hauses gibt es dann verschiedene Wärmeerzeuger, die sich einsetzen lassen. Bei einem neuen freistehenden Einfamilienhaus sind das heute ca 40-70Watt/m², also i.a. 8-14kW. (Alte Häuser benötigen bis zu 200W/m², windige Lagen bis zu 25% mehr.) Die Mindestwärmeleistung eines heutigen Standard-Ölbrenners ist mit Tricks auf minimal 12kW zu bekommen, die Scheer-Öltherme kann sogar zweistufig 7-14 kW; Gaskessel gibt es schon ab 3kW und die sind stetig regelbar. Gaskessel sollte immer modulierend arbeiten können, dh. sich dem Verbrauch stetig anpassen. Die maximale Leistung wird sowieso NUR bei größter Kälte benötigt: In Deutschland sind das im statistischen Mittel je nach Klimazone von -10º...-16º über 2 Tage. Den Rest des Jahres braucht das Haus 0-80% dieser Leistung. (Extem kalte 2 Wochen mit -20ºC wie am Anfang von 1997 treten nur ganz selten auf. Sehen Sie dazu in unsere Statistiken!) Wer mehr zur Brennwertnutzung erfahren will, kann unter http://www.heizungsbetrieb.de/de/brennwert.html oder in http://www.heizungsbetrieb.de/de/definition.html nachsehen. [ Inhalt ] 25. Öl oder Holz?Der untere Heizwert von Holz reicht von 16...7,5MJ/kg je nach relativer Feuchte: in diesem Fall von 10%...100%. Sie müssen also etwa 3mal so viel Holz verfeuern wie Öl, um die gleiche Wärmemenge zu bekommen. Oder laut Uni Wien: [ Inhalt ] 26. Ölbrenner anpassen... der Kessel hat eine Heizleistung von 25 kW und hat pro Jahr 1950 Liter Öl verbraucht. Es wurden ca. 200 qm beheizt. ==> 1950 Liter ist zwar schon gut, aber für 200 m² erscheinen mir die Menge noch zu hoch. So bekommen Sie Ihren Umbau erst zu spät wieder rein. Mit 18bar Pumpendruck landen Sie mit vorgewärmtem Heizöl und einer 0.5 gph-Düse bei 27(!) kW. (Das sind 2,5kg/h oder 3Liter/h !) Das ist viel zu viel. Lassen Sie eine 0.4er einbauen, auch wenn sich Ihr Heizungsbauer weigert und behauptet, es wäre unmöglich: Sie SPAREN!! Damit landen Sie bei gleichem Pumpendruck bei 22kW. Dazu gibt es bei uns inzwischen eigen Seiten: http://www.heizungsbetrieb.de/de/abo/brenneroel.html [ Inhalt ] 27. Öl lagernWegen Verschlammung der Leitungen und des Filters musste ich die Tanks komplett reinigen lassen. Ich habe transparente Kunststofftanks. Wie kann ich das verhindern? ==> Haben Sie ein Fenster im Tankraum? [ Inhalt ] 28. PelletheizungIst eine Holz-Pelletheizung sparsamer als eine Ölheizung? ==> Leider hat sich im Betrieb der Pelletheizungen gezeigt, dass diese schon mal bis zu 20% mehr schlucken können als die alte Ölheizung, die sie ersetzte... [ Inhalt ] 29. Regelung einstellenWie soll ich meine Regelung einstellen? ==> Wenn ein Regler einmal richtig auf die individuelle Temperatur im Haus/Wohnung eingestellt ist, braucht man sich eigentlich nie mehr drum zu kümmern. Die Reglereinstellungen machen leider viele falsch - so sollte es sein: Die wesentliche Einstellung geschieht an 2 Knöpfen: Um zu einer dauerhaft befriedigenden Einstellung (der Regelung natürlich ;-)) zu kommen, sind die folgenden Vorraussetzungen und Zeiten, bei denen man einstellt, ganz wichtig: Wichtig für das dynamische Verhalten der Heizung ist die Lage des Außenfühlers. [ Inhalt ] 30. SchlammWie Sie auf Ihren Seiten schreiben, verschlammen Kunststoffrohre. Im 1. Problemjahr hat der Monteur die Rohre gespült und die Pumpe gewechselt. Im 2. Problemjahr wurde die Pumpe und das Thermostatventil getauscht. Die Pumpe ging zum Hersteller, der keine Garantieleistung übernahm, da die Pumpe verschlammt war. Dieses Jahr haben wir das gleiche Problem. ==> Schlamm in Fußbodenheizungsrohren kann mehrere Ursachen haben. - Das Wenigste ist Materialabrieb; der schwarze Schlamm ist Eisenoxyd. Das ist das Eisen, das vom im Wasser vorhandenen Sauerstoff umgewandelt wurde. Solange Sauerstoff vorhanden ist, wird vorhandenes Eisen immer weiter abgebaut. Das geht soweit, bis die dünnste Stelle durchgerostet ist. (Besonders beliebt ist hier der oberste Heizkörper, wenn einer an der Fußbodenheizung hängt :-) - Woher kommt der Sauerstoff? 1. Er ist im Wasser beim Einfüllen vorhanden. 2. Er wird immer nachgeliefert. Das geschieht über das Atmen der Anlage: Beim Abkühlen verringert sich das Wasservolumen. Dieses Volumen soll das Ausdehngefäß nachschieben. Was aber, wenn es defekt, zu klein, falsch aufdrückt ist? - Ein Problem in späteren Jahren ist der Schlamm, der sich unten im Kessel ansetzt. Den kann man nur schlecht ausspülen. Tut man das aber nicht, verhindert das wachsende Schlammpolster, dass die Kesselglieder unten vom Wasser gekühlt werden: Die zu heißen Bereiche verkrusten und reißen wegen zu großer Hitze später - der Kessel ist undicht. Wir haben dem Problem eigene Seiten gewidmet: http://www.heizungsbetrieb.de/de/abo/wartung.html [ Inhalt ] 31. Schornstein saniertIch habe vor 2 Jahren eine neue Niedertemperatur-Ölheizung einbauen und auch gleich ein Edelstahlrohr in den Kamin einsetzen lassen. Jetzt ist bei einer Überprüfung herausgekommen, dass das neue Rohr schon kaputt ist. ==> Edelstahlrohre werden leider immer dünner, nicht nur im Betrieb, auch in der Herstellung. Mittlerweile ist man bei 0,6mm Wandstärke angekommen. Sie korrodieren in der nassen, sauren Atmosphäre im Kamin leicht durch, wenn man sie nicht richtig behandelt. Das kann mehrere Ursachen haben: Nach Aussagen von Westaflex kann man die Ursachen der Korrosion nachweisen. Kontrollieren Sie Ihren Schornsteinfeger! Fegt er mit einer Stahlbürste? Holen Sie sich bei ihm ein neues Edelstahlrohr! [ Inhalt ] 32. Selbstregelung!Brauche ich für meine Fußbodenheizung eine Einzelraumregelung? Besonders im Gästeklo erscheint mir das merkwürdig! ==> Obwohl in Deutschland gesetzlich gefordert, halten wir bei einer Fußbodenheizung die Einzelraumregelung für weggeworfenes Geld und zwar aus folgendem Grund: Selbstregeleffekt Die Thermostate in den Heizkreisen haben bei nicht abgeglichener Hydraulik auch noch einen anderen, verbrauchserhöhenden(!) Effekt: Meist werden sie als Hilf(lo)sinstument gegen eine zu hoch eingestellte Heizkurve und einen fehlenden Abgleich missbraucht. Genaue Steuerung hilft auch sparen! [ Inhalt ] 33. Thermostatventile einstellenWie stelle ich meine Thermostatventile richtig ein? ==> Jedes Thermostatventil hat eine besondere Markierung, die ca 20ºC Raumtemperatur entspricht. Ein Grad mehr kostet etwa 6% Heizkosten mehr. Richtig eingestellt, vermindert das Thermostatventil den Durchfluss durch den Heizkörper und verhindert damit das weitere Aufheizen des Raumes. In Deutschland sind heute Thermostatventile an Heizkörpern Standard. Sie erfüllen am einfachsten die Vorschrift der Einzelraumregelung. Diese funktionieren aber nur richtig, wenn sie auch die richtige Menge Wasser durchlassen. Sie müssen also eingestellt und abgeglichen werden. Machen Sie einen Test: Müssen Sie nachts die Thermostatventile immer zudrehen? [ Inhalt ] 34. Thermostatventil bleibt zuIch versuchte einige Heizkörper im Herbst wieder in Betrieb zu nehmen, die sonst wenig genutzt werden. Dabei tritt aber folgendes Problem auf: Wie weit ich den den Drehknopf aufdrehe, es passiert nichts. Der Pin, der durch den Drehknopf ins Ventil gedrückt wird, ist jedoch schön leichtgängig. ==> Ältere Thermostatventile haben das Problem des 'Klebens' schon mal, wenn sie den Sommer über bis an den Anschlag zugedreht sind. Einfach mal den Kopf abnehmen und versuchen, ob sie sich in 24h durch den Pumpendruck von selbst wieder lösen, auch mal mit Hammerschlägen auf den Ventilkörper seitlich nachhelfen - sonst muss man das Wasser raus lassen (nicht immer), die Stopfbüchse abschrauben und den Sitz manuell lösen oder tauschen. Die Hersteller bieten dazu teils eigene Hilfen an. Sicher ist aber immer, dass das Problem viele Ursachen hat: [ Inhalt ] 35. Ungleichmäßige AufheizungIch bemerke morgens beim Aufheizen der Wohnung, dass einzelne Heizkörper und damit diese Räume immer zuerst warm werden. ==> Diese Heizkörper werden wegen der ungleichmäßigen Heizungsrohrwiderstände leichter und damit zuerst durchstömt, bis das Thermostatventil schließt. Erst dann kommen die anderen Räume dran. [ Inhalt ] 36. Die Wärmekostender einzelnen Energieträger liegen nach Energiedepesche Jan/2007 gemittelt bei Die Kilowattstunde (elektrischer) Strom ist also gut 4 mal(!) so teuer wie die Kilowattstunde Öl/Gas. Bei Öl liegen die Wartungskosten bei ca 150 Euro/Jahr, eine Gas-Wartung kostet ca 75 Euro/Jahr. Bei der elektrischen Wärmepumpe ist die Lebensdauer leider mit 5 Jahren meist sehr kurz. Verlängern kann man das nur durch lange Laufzeiten. [ Inhalt ] 37. TotalabschaltungKann ich meine Heizung ganz abschalten, wenn es draußen warm genug ist? Wieviel spare ich damit? ==> Das ist überraschend viel. Wir haben deshalb dem Thema eine eigene Seite gewidmet: http://www.heizungsbetrieb.de/de/heizgrenze.html [ Inhalt ] 38. WarmwasserWie soll ich Warmwasser erzeugen? ==> Wird der Kessel der Heizung auch zur Trinkwassererwärmung benutzt (was beim kleinen Anlagen normal ist), sind 10-12kW Kesselleistung die Untergrenze für das Nachheizen bei einem 200L-Speicher. ==> Elektrisches Erzeugen von warmem Wasser ist nur sinnvoll, wenn die Leitungswege sehr weit sind. Nehmen Sie dann einen Durchlauferhitzer, am besten einen elektronisch geregelten. ==> Ohne einen Solarkollektor sollten Sie heute wegen weiter steigender Energiekosten keine neue Trinkwasseranlage mehr bauen. Dazu gibt es inzwischen eine eigene Seite mit unserer Meinung: http://www.heizungsbetrieb.de/de/solar.html [ Inhalt ] |